| Gebrauchtkauf |
| Gebrauchtkauf Suzuki GSX750F |
| Aus heiterem Himmel
Meistens ist die Welt für den GSX 750 F-Fahrer in Ordnung. Doch handfeste Motorschäden können ihm urplötzlich die Laune verderben. |
| Quelle: Motorrad-Zeitschrift Heft 4 - 1996 |
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Die Idee, parallel zu dem Extremsportler
GSX-R 750 eine kostengünstigere Variante für tourensportliche Ambitionen
anzubieten, realisierte Suzuki mit dem F-Modell erst 1989, vier Jahre nach
dem Debüt der R. Statt des extravaganten leichten Aluminium- Rahmens fand
ein ordinärer aus Stahl Verwendung. Als Herz packten die Suzuki-Techniker
die Kurzhub-Version der GSX-R 750 von 1988 in das Fahrwerk, installierten
eine kürzere Sekundärübersetzung für das Fahren zu zweit mit Gepäck und
erleichterten mit einem geänderten Übersetzungsverhältnis des ersten Gangs
das Anfahrmanöver des rund 25 Kilogramm schwereren F-Modells.
Meine Suzuki GSX 750 F, Baujahr 1992,
kaufte ich im April 1995 mit 19 000 Kilometern für zirka 7000 Mark. Nach
6000 Kilometern hatte ich einen Motorschaden. Ein- und Auslaßnockenwelle und
mehrere Schlepphebel zeigten starke Laufspuren. Die Reparatur kostete 1700
Mark. Inzwischen hat die Maschine 29 000 Kilometer auf dem Tacho, und das
Lichtmaschinenlager ist defekt. Mit dem Fahrverhalten und der Motorleistung
bin ich zufrieden. Zuerst hatte ich die Dunlop-Paarung Sportmax 1/ D 364
montiert, die aber nur 2500 Kilometer hielt. Danach habe ich auf
Pirelli-Dragon-Reifen umgestellt.. Mit dieser Kombination bin ich
zufriedener, denn das Fahrwerk liegt ruhiger. Die Verarbeitungsqualität läßt
sehr zu wünschen übrig (Schweißnähte am Rahmen, sich ablösender Lack an der
Verkleidung). Wenn der Motor noch kalt ist, stört der rauhe Lauf. Auch
Standgas-Probleme nerven, obwohl die Vergaser schon mehrmals synchronisiert
und gereinigt wurden.
Unsere GSX 750 F kauften wir neu im Juni
1994. Um unsere Tour nach Südfrankreich anzutreten, montierten wir gleich
ein Five-Star-Gepäcksystem mit zwei 45-Liter-Koffern von Givi. Mit
strafferer Zugstufendämpfung an der Gabel und härterer
Federbasis-Einstellung bleibt die Maschine auch vollbeladen stabil. Wenn das
Leistungsloch zwischen 4000 und 5000 /min überwunden ist, läßt sich die GSX
relativ zügig bewegen. Diesem Leistungsloch kann man mit 98-Oktan-Benzin
etwas entgegenwirken. Der Verbrauch liegt zwischen sechs und neun Litern.
Der Hinterradreifen, ein Metzeler ME 55, hielt 8000 , der ME 33 hinten 14
000 Kilometer. Die Serienbereifung verleiht der Maschine ein leichtes
Handling. Nur für die Sozia sind die hoch angebrachten Fußrasten bei
längerer Fahrt etwas unbequem. Wichtig ist ein regelmäßiges Überprüfen des
Ölstandes Zu bemängeln sind die zu kurze Verkleidungsscheibe, die für
größere Fahrer nicht genügend Windschutz bietet, und die zu kurzen Ausleger
der Rückspiegel. Trotzdem bleibt die Suzuki ein ausgewogenes Motorrad, das
nach problemlosen 15 000 Kilometern noch viel Fahrspaß bietet.
Meine GSX 750 F erwarb ich 1992 mit 16 000
Kilometern. Ich fahre den Metzeler ME 55-Reifen hinten mit einer
Laufleistung von 5000 Kilometern. Der Benzinverbrauch liegt zwischen sechs
und sieben Litern. Mich störte die zu geduckte Sitzposition. Der Umbau mit
einem Superbike-Lenker von LSL brachte Abhilfe. Nur war es damit nicht mehr
möglich, in den Rückspiegeln außer den eigenen Armen noch etwas
wahrzunehmen. Da es im Handel keine geeignete Spiegelverlängerung gab,
fertigte ich mir selbst Distanzstücke an. Damit ist jetzt wieder sportliches
Fahren mit noch mehr Spaß möglich.
Nach reiflicher Überlegung erwarb ich 1992
eine GSX 750 F, Erstzulassung Juli 1991, mit 5600 Kilometern. Reiflich, weil
meine Körpergröße von 1,97 Meter nicht für jede Maschine geeignet ist. Als
Zubehör unterstützt eine höhere Scheibe von Louis und das K2-Koffersystem
von Krauser die Tourentauglichkeit. Dabei treten trotz Sozius und Gepäck
weder beim Bremsen noch beim Fahrwerkskomfort Schwächen auf. Auch die
Handlichkeit ist mit der schlanken Reifendimension 110/80 vorn und 150/70
hinten durchaus gegeben. Bei der jetzigen Kilometerleistung von 45 000 hat
die Maschine außer für die nötigen Inspektionen noch keine Werkstatt
gesehen. Die Kette hielt 35 000, die Bremsbeläge hielten es 20 000 Kilometer
aus. Kritisch wird es nur bei großer Hitze. Die heiße Motorluft staut sich
unter der Verkleidung, so das nicht nur das Benzin in den Schwimmerkammern
Blasen bildet - Abhilfe schaffte dann übrigens die Umstellung des
Benzinhahns auf PRI -, sondern auch die Batterie leerkocht. Ansonsten glänzt
der Motor durch ein breites Drehzahlband bis weit über 10 000/min. Der Motor
läuft angenehm vibrationsarm. Meine Sozia ist mit ihrer Sitzposition auf der
gestuften Sitzbank sehr zufrieden. Unter Berücksichtigung des niedrigen
Anschaffungspreises (9500 Mark für ein knapp ein Jahre alte 98-PS-Maschine),
der Zuverlässigkeit und der nur wenigen Schwächen ist das
Preis-Leistungs-Verhältnis günstig.
Von dem kräftigen Motor, der Dampf in allen Lebenslagen bietet, bin ich begeistert. Der Hinerradreifen (Metzeler) reicht knapp 8000 Kilometer, ab 6000 tritt allerdings schon Hochgeschwindigkeitspendeln und mangelnder Geradeauslauf ein. Ein Schwachpunkt: Die Maschine ist ziemlich verbaut. Ein Kerzenwechsel ist nur nach kompletter Demontage von Verkleidung, Blinkern und Tank möglich. Bei einem Luftfilterwechsel hat man einen Umzugskarton voller Teile vor sich liegen. Die Verarbeitung ist mittelmäßig, Rostbildung an Krümmern und Sammler ist selbst bei bester Pflege nicht zu verhindern, der Lack wird schnell stumpf. |