Ende der Übersichtlichkeit
Lange Jahre gabs bei
Motorradversicherungen nur fünf Klassen. Nach drei unfallfreien Jahren
war die günstigste Beitragsstufe erreicht. Der vorsichtige
Motorradfahrer zahlte von da an stets 45 Prozent des vollen
Haftpflicht-Beitrags. Bereits jetzt räumen viele Gesellschaften
langjährig unfallfreien Fahrern Extra-Rabatte ein. So verlangt die Adler
nach acht unfallfreien Jahren nur noch 25 Prozent der vollen
Haftpflicht-Prämie. Diese allerdings fällt bei der Adler für fast alle
Leistungsklassen ziemlich happig aus.
Alternativen im Einzelfall
Wegen der Unterschiede im Rabattsystem
kann es sich vor allem für Fahrer mit besonders hohem oder besonders
niedrigem Beitragssatz lohnen, verschiedene individuelle Angebote
einzuholen. Für sie muss die Gesellschaft mit dem günstigsten
100-Prozent-Beitrag nicht die beste Wahl sein. Wenn eine andere
Gesellschaft sie in eine Schadensfreiheitsklasse mit geringerem
Beitragssatz einstuft, zahlen sie unter Umständen weniger.
Auch Wohnort wird wichtig
Auch die in der Autoversicherung seit
langem üblichen Regionalklassen kommen für Motorräder. Der Gesamtverband
der Versicherungswirtschaft hat die Postleitzahlbezirke in Deutschland
anhand der Unfallstatistik in fünf verschiedene Risikobereiche
eingeteilt. Bislang machen von den bundesweit tätigen Anbietern nur
Adler, DA Direkt, Nova und Signal je nach Wohnort des Versicherten einen
Unterschied. Zahlreiche Gesellschaften haben aber bereits angekündigt,
dass sie nachziehen werden.