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Wer
Änderungen am Fahrwerk seines Motorrades plant, den weist Dekra
Motorradexperte Stephan Dobler auf einen unumstößlichen Fakt hin: "Jede
Veränderung am Fahrwerk bedarf grundsätzlich einer Änderungsabnahme nach
der Straßenverkehrszulassungsordnung." Zur Änderungsabnahme ist nach
StVZO-Paragraph 19.3 immer ein Teilegutachten, eine Allgemeine
Betriebserlaubnis (ABE), eine Allgemeine Betriebsgenehmigung (ABG) oder
eine EU-Betriebserlaubnis vorzulegen. Ist keines der genannten
Prüfzeugnisse vorhanden, dann ist eine Einzelabnahme nach StVZO
Paragraph 21 bei einer der zuständigen Technischen Prüfstellen nötig.
Für Dipl.-Ing. Dobler sollte die Triebfeder
zu Änderungen am Fahrwerk immer eine Verbesserung des Fahrverhaltens
sein. "Selbstredend versteht jeder Motorradfahrer darunter etwas
anderes. Beispielsweise will einer Unruhen aus dem Fahrwerk eliminieren,
ein anderer eine sportlich straffe Abstimmung finden oder eine
komfortablere für den Solobetrieb erreichen, die ebenso sozius wie auch
gepäcktauglich sein soll."
Weil auch im
Motorradbau die eierlegende Wollmilchsau (noch) nicht gefunden wurde und
die (Fahr-)Physik sich auch nur bedingt überlisten lässt, sind also
Kompromiss-Lösungen gefragt.
"Wer ein Serienfahrwerk ändert, der sollte
sich deshalb vorher genau überlegen, welches Ergebnis erzielt werden
soll", betont Stephan Dobler und verweist auf das riesige Angebot im
Zubehörhandel. Das ist im Gegensatz zur Dicke der Geldbörse der Fahrer
nämlich schier unerschöpflich.
Am Beispiel der Vorderradgabel wird dies
jedem deutlich. Ein Komplett -Tausch ist ein sehr kostspieliges
Unterfangen, in aller Regel bringt aber schon der Tausch der Gabelfedern
oder allein der Wechsel des Gabelöls spürbare Verbesserungen. Dobler:
"Schon Federn mit anderer, progressiver Kennung oder nur eine andere
Viskosität beim Gabelöl können verhindern, dass die Gabel zu schnell auf
Block geht oder durch schlechtes Ansprechverhalten stuckerig wirkt."
Auch das Angebot an Federbeinen für die
Hinterradschwinge ist reichhaltig. Obwohl im Prinzip die gleichen
Bedingungen gelten, ist es für den Dekra-Mann wenig sinnvoll, nur die
Federn zu tauschen: "Auf dem Markt werden sehr gute Komplettlösungen
angeboten."
Da das Thema Fahrwerk eine kleine
Wissenschaft für sich ist, bleibt dem Laien leider nichts anders übrig,
als sich bei Kollegen an den Lenkern zu erkundigen oder Fahrproben mit
veränderten Fahrzeugen zu machen. In vielen Fällen helfen auch
anerkannte Fachhändler, die sich auf Fahrwerkumbauten spezialisiert
haben.
Beim Themenkreis Änderungen von Rädern nennt
der ADA C Vertragssachverständige Dipl.-Ing. Franz Nowakowski, Leiter
der Dekra-Niederlassung München, die Bandbreite nicht ohne Schmmunzeln:
"Gussräder werden gegen Speichenräder, schöne Gussräder gegen noch
schönere und noch schönere Gussräder gegen noch viel leichtere
getauscht. Unabhängig davon betont Nowakowski: Teil 2 |